Die folgenden Statements sind nicht in allen Fällen als inhaltliche Unterstützung zur Kampagne zu werten, sondern beziehen sich auf des Recht der freien Meinungsäußerung und das Recht diese im öffentlichen Raum auszuüben.

Humanität ist keine Gottesfrage. Kein Dazu-Gehören wo auch immer garantiert ein besseres Menschsein! Dass der Mensch dem Menschen ein Wolf sein kann, ist ausreichend durch unheilige Beispiele belegt. Dass wir aber auch friedvoll plurale Demokratien weiter entwickeln können, müssen wir erst beweisen!”

Gertraud Knoll, Vorsitzende SPÖ Alsergrund

Goethe hat gemeint, es sei die “ganze Kirchengeschichte ein Mischmasch von
Irrtum und Gewalt”. Letztere gegen Kritiker anzuwenden, hat in der
gesamten Menschheitsgeschichte leider Tradition – nicht nur in den
Kirchen. In einer freien Gesellschaft aber muss das Recht auf freie
Meinungsäußerung eine Selbstverständlichkeit sein, solange sie nicht
hetzerisch oder menschenverachtend daherkommt. Die Buswerbung ist witzig
und anregend, lädt ein zur Diskussion. Nur Kleingeister können so etwas
verhindern oder gar verbieten. Goethe war ein kluger Mann!

Harald Walser, Nationalrat, Die Grünen

Zensur war schon immer die Methode um die Kirche vor Wissen zu schützen. Sie ist die letzte Barriere um das Licht der Aufklärung in die Verliese des Glaubens zu bringen.

Heinz Oberhummer, Physiker, Univ. Prof.

Jahrtausende lang stellte man ihn sich als anthropomorphen Gott in der Höhe vor. Ein strenger Patriarch, der alles sieht, jede Verfehlung – so eine Art Überwachungskamera, bevor es noch Videos gab. Die moderne Theologie hat den Begriff „Gott“ transformiert zu einem unbegreiflichen etwas, das alles durchdringt. Der oder das ist immer hier, so wie Bakterien oder Feinstaub. Kluge Köpfe haben seit langen gefragt, wenn der allmächtig und gut ist, warum hat der dann eine Welt geschaffen, wo es an allen Ecken knirscht und knarrt. Albert Camus hat gesagt, entweder ist er allmächtig, dann ist er nicht gut. Oder er ist gut, dann ist er nicht allmächtig. Also, es wäre für uns und ihn besser, wenn es ihn nicht gäbe. Liberale Christen sagen in all ihrer Milde, dass es für die Existenz Gottes natürlich keine „Beweise“ gibt, auch wenn Millionen Menschen das Transzendente „spüren“, so wie es aber auch für seine Nicht-Existenz keine „Beweise“ gibt. Das ist an sich formal richtig, aber es ist doch ein Unterschied, ob man an etwas glaubt, für dessen Existenz es weder Evidenzen noch Probabilitäten gibt, oder ob man annimmt, wenn es für etwas weder Evidenzen noch Probabilitäten gibt, dann liege doch ziemlich nahe, dass es auch nicht existiert.

Robert Misik, Autor

Verbote als machtvolle Verstärker selbstverständlicher Ideen leisten manchmal mehr Bewusstseinsarbeit als die Idee an sich. Dennoch wäre es unangemessen, sich den Wiener Linien zu Dank verpflichtet zu fühlen, offenbart sich doch genau jene Geisteshaltung, die es zu überwinden gilt.

Es ist mehr als legitim, die Existenz Gottes auch öffentlich in Frage zu stellen. Nicht wegen der Verbrechen, die Religionsgemeinschaften in seinem Namen begangen haben und begehen, nicht wegen der Betäubungswirkung, der Menschen die Glauben erliegen können, sondern weil es Ziel einer Gesellschaft sein muss humanistische Werte und Menschenrechte aus sich selbst zu definieren und nicht von höheren Mächten abzuleiten.

Martin Margulies, Gemeinderat Wien, Die Grünen

Ich finde die Kampagne witzig, ansprechend und kann ihr inhaltlich zustimmen. Ich finde den deutschen Slogan sogar besser als den englischen. Es ist sehr wichtig, dass man mit solchen Standpunkten gleichberechtigt im öffentlichen Raum vertreten sein darf. Ich gehe davon aus, dass die Wiener Linien auf dieser Basis entschieden haben. Ob die Slogans auf Bussen fahren oder nicht – wichtig ist, dass sie an die Öffentlichkeit kommen. Das löst eine wichtige Debatte bei uns aus. Insofern wünsche ich der Kampagne alles gute.

Tanja Wehsely, Gemeinderätin Wien, SPÖ

…weil Religion nicht den öffentlichen Diskurs kontrollieren und bestimmen darf
…weil niemand Gott bewiesen hat
…weil “verletzte religiöse Gefühle” genauso Privatsache sind, wie verletzte “ästhetische Gefühle” verursacht durch eine hässliches Haus oder verletzte “intellektuelle Gefühle” wegen öffentlich zur Schau gestellter Dummheit oder verletzte “humanistische Gefühle” wegen Papst Benedikt, etc…
…weil ich auch religiöse Symbole und Werbung im öffentlichen Raum aushalten muss
…weil es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott gibt
…weil Meinungs-, Rede- und Informationsfreiheit fundamentale Menschenrechte sind und es wichtig ist, dass diese auch in Anspruch genommen werden
… weil Atheisten in Österreich bisher kaum wahrgenommen wurden
… weil mir der Gedanke, sich mehr um die Menschen als um einen möglichen Gott zu kümmern, gefällt
… weil Gott es so will (Totschlagargument, unwiderlegbar, allmächtig)

Thomas Knapp, feuerhaken.org

Vieles, was die katholische Kirche an Normen und so genannten Werten vorgibt, definiert unausgesprochen, wie sich viele Menschen in diesem Land verhalten und wie sie die Welt sehen. Das liegt bleiern auf Österreich und seinen Bewohnern. Diese unausgesprochenen Konflikte und Sehnsüchte, diese inneren Bruchlinien, müssen auf den Tisch, müssen an- und ausgesprochen werden. Der quasi nationale Leidens- und Verdrängungskomplex darf nicht mehr selbstverständlich sein. Zu viele Menschen haben damit zu kämpfen, seit ihrer Kindheit. Deshalb halte ich diese Kampagne für unverzichtbar. Die Diskussion darüber zeigt die inneren Bruchlinien dieses Landes auf. Bis wir sie bewältigt haben, wird es dauern. Die Buskampagne ist ein erster Schritt.

Sepp Zaunegger, Filmproduzent

Die Menschen schufen Götter und nicht umgekehrt. Die Menschen erfanden
das Geld und nicht der Teufel, wie es die Kirche propagiert. Dennoch
wurde die kath. Kirche im Laufe der Zeit „das reichste“ und größte
Unternehmen auf der ganzen Welt.

Michael Tfirst, SNAP Austria




Spendenstand per 23.10.2010
für Kampagne Teil 2
EUR 1,665.-




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