profil kommentiert die Buskampagne

Profil, 15.06.2009 Sven Gächter hat im heutigen profil (15.6.2009) einen Kommentar zur Buskampagne abgegeben, den wir doch gerne mit einem Leserbrief beantworten.

Lieber Sven Gächter,

zugegebenermaßen ist das Substrat für einen Leserbrief etwas gering. Ich rechtfertige es damit, dass die Kolumne Mediamarkt leider keinerlei Position bezieht, nämlich weder die Entscheidung der Wiener Linien billigend, noch missbilligend. Nicht einmal, dass diese Kampagne ein Impulsgeber für eine Diskussion sein könnte, oder völlig irrelevant ist, kann ich herauslesen. Gerade das profil und Sven Gächter, die sonst nie vor klar artikulierter Meinung zurückschrecken, lavieren hier im aussagelosen Niemandsland. Alleine an der Formulierung des Slogans wird gemäkelt “schwerfällig” und “uninspiriert”, während die eigenen Englischkenntnisse gleich einmal ins Scheinwerferlicht gestellt werden (“augenzwinkernde Leichtigkeit”). Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Die englische Version war uns zu platt und humorlos. Das haben die Kollegen von buskampagne.de wesentlich besser erledigt. Die “mit an Sicherheit grenzende” Wahrscheinlichkeit ist ja dem Iuristischen entlehnt und beinhaltet wesentlich mehr Augenzwinkern als “probably”. Die Subline enthält zumindest einen konkreten Denkanstoß, der im Gegensatz dazu bei “Don’t worry – enjoy life!” eher in den Hintergrund tritt. Es kommt wahrscheinlich auf die persönliche Disposition an, was besser funktioniert. Es wird jedenfalls im Verlauf der Kampagne mehrere, auch leichtfüßigere Varianten geben. Der Seitenhieb auf die unterstellte Schwerfälligkeit ist jedenfalls billig, und Schade, wenn das als einziger Kritikpunkt übrigbleibt.

BG
Niko Alm

Regenbogenbeflaggung der Wiener Linien

Die Bim fährt in Wien mit Regenbogenfahnen durch die Stadt. Fällt das unter politische Werbung?
Ich denke schon: “gay” und “bright” sind miteinander mehr als nur vergleichbar. Beide kämpfen gegen die Diskriminierung ihrer Weltanschauung bzw. für das gleichberechtigte Ausüben ihrer Rechte.

Warum machen die Wiener Linien hier eine Ausnahme?

Die Kampagne findet natürlich statt

Nach der Absage der Wiener Linien bekamen wir einige Mails mit dem Ausdruck des Bedauerns, dass die Kampagne jetzt doch nicht stattfindet. Dem ist natürlich nicht so! Es soll zwar eine Kampagne sein, die ihrem Namen entsprechend auf Bussen durch die Städt rollt, aber Wien ist nicht die einzige Stadt und wir sind auch nicht auf Buswerbung beschränkt.

Die Kampagne läuft bereits seit Jänner 2009 in Österreich. In den letzten Monaten gab es Inserate mit dem englischen Originalslogan in The Gap, Vice und Biorama.

vice_atheistbus_90127

Als nächstes sind City Lights in Wien geplant.

Siehe auch Berichterstattung auf:

PS: Im Übrigen sei es den Wiener Linien unbenommen, unsere Kampagne abzulehen. Als privates Unternehmen können die Wiener Linien machen, was sie wollen. Unsere Kritik richtet sich an das Zurückziehen der bereits gegebenen Zusage, das Vorschieben der Gewista als Schuldigen und v. a. das Anführen einer Begründung, die keine (Atheismus ist keine Religion) ist. Nach dieser Regelung fielen vermutlich einige Kampagnen unter das selbstauferlegte Verbot von Werbung mit religiösem Hintergrund.

Recherchefehler von steiermark.orf.at

Der ORF berichtet auf steiermark.orf.at auch über eine geplante Durchführung der Kampagne in Graz.

Eine Wiener Agentur hatte das Plakat mit dem Text “There’s probably no god – Es gibt wahrscheinlich keinen Gott” sowohl den Wiener als auch den Grazer Verkehrsbetrieben angetragen – jedoch ohne Erfolg.

Super-Fi, die Agentur, die die Kampagne in Österreich abwickelt, hat zwar die Kampagne bei den Wiener Linien gebucht, aber in Graz noch gar nicht angefragt. Der ORF wäre gut beraten hier ordentlich zu recherchieren.

Interessant ist auch, dass in Graz die Kirche offensichtlich ein Veto bei nicht-genehmen Kampagnen einlegen darf:

Gescheitert ist das Vorhaben in Graz allerdings nicht am Veto der Kirche, sondern an den Grazer Verkehrsbetrieben (GVB).

Wir werden unsere (echte) Anfrage in den nächsten Tagen stellen und sind gespannt auf die Stellungnahme der Grazer Verkehrsbetriebe.



ZiB2-Beitrag vom 9.6.2009 über die Buskampagne

Die ZiB2 hat einen kurzen Beitrag zum Rückzieher der Gewista / Wiener Linien gemacht:

Sujet als PDF verfügbar, Sticker und T-Shirts folgen

Aufgrund der wachsenden Nachfrage gibt es das erste Sujet jetzt auch als PDF Download.

abcv_sujet11

Der stark nachgefragten (Auto-)Aufkleber und T-Shirts folgen in Kürze.

Erzdiözese Wien findet Buskampagne “nicht wahnsinnig intelligent”

Ein Beitrag der Katholischen Presseagentur mit dem Titel “‘Wiener Linien’ gegen Atheisten-Werbung auf Bussen” fördert erste Untergriffe zu Tage. Interessant ist folgende Passage:

Der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, hatte im Gespräch mit dem “Standard” betont, er gehe davon aus, dass Aktionen wie in London und Barcelona in Wien nicht möglich sind. Wörtlich meinte Leitenberger: “Ich würde mich aber nicht davor fürchten, denn die Slogans sind nicht wahnsinnig intelligent”.

Hier wird von ein kausaler Zusammenhang unterstellt: Die Aktion wäre in Wien nicht möglich … denn die Slogans sind nicht wahnsinnig intelligent.

Wir bedanken uns artig für die Wortspende.

Die Gewista nimmt doch die Schuld auf sich

Entgegen den ursprünglichen, telefonischen Auskünften der Gewista, wonach die Wiener Linien ihre bereits gegebene Zustimmung zurückgezogen hätte, erklärt sich das Unternehmen nunmehr selbst schuldig. Hier die eben eingelangte Stellungnahme im Original:

Sehr geehrter Herr Alm ,

bezugnehmend auf das von Ihnen übersandte Sujet, welches auf Fahrzeugen der Wiener Linien angebracht werden sollte und durch uns nachträglich abgelehnt wurde, ist folgendes zu sagen:

Die Gewista besitzt im Rahmen der Vermarktung der öffentlichen Verkehrsmittel in Wien mit den Wiener Linien das Arrangement, Aufträge für politische Werbung und Religionsgemeinschaften im weitesten Sinne nicht anzunehmen. Bei der von uns erteilten ursprünglichen Freigabe ist es auf Sachbearbeiterebene fälschlicherweise zu einer Freigabe gekommen, welche dem Inhalt dieses Arrangements nicht entspricht. Erst nach Kenntnisnahme durch die Geschäftsführung wurde dieser Fehler erkannt und die Affichierung gestoppt. Es wurde bei dieser nachträglichen Rücknahme dieser Freigabe kein Druck von außen durchgeführt. Es handelt sich dabei – wie bereits erwähnt – um dieses vertragliche Grundsatzarrangement zwischen Gewista und den Wiener Linien, welche wir einzuhalten haben.

Wir möchten uns für diesen Fehler bei Ihnen entschuldigen und sind natürlich gerne bereit, Ihr Anliegen auf anderen Werbeträgern zum Aushang zu bringen, bei denen diese vertragliche Einschränkung nicht besteht. Für die durch Herstellung der Folien entstandenen Kosten kommen wir natürlich auf.
Mit freundlichen Grüßen
Hansjörg Hosp

Wiener Linien ziehen Zustimmung zurück

Laut Auftragsbestätigung sollte die Atheist Bus Campaign seit 1.6.2009 durch Wien rollen. Nach anfänglichen Produktionsschwierigkeiten, sollten die Busse spätestens heute im Einsatz ein. Aber es kommt nicht dazu:

Die Wiener Linien ziehen ihre Zustimmung laut Gewista zurück.

Wir haben noch keine schriftliche Bestätigung erhalten. Diese wird laut Gewista ausgearbeitet und – so Gott will – noch heute bei uns einlangen.

PayPal funkt

Die Bank lässt ein wenig auf sich warten mit der Zustellung der Kontodaten, aber zwischenzeitlich können wir Spenden auch über den PayPal Account der AG-ATHE annehmen.

(Schnelles Update: Die ersten beiden Spenden sind schon eingegangen…)