Buskampagne als Presse-Cartoonvorlage

In der Wochenendausgabe der Presse, die wegen dem morgigen Feiertag (Independence Day, Indien – Danke an @darkwins) ja schon heute erschienen ist, gibt es einen Gastkommentar EU-Information jenseits von Klischees von Richard Kühnel.

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Es freut uns, dass dieser in Anlehnung an die Buskampagne mit einem hübschen Cartoon von Peter Kufner illustriert wurde.

Ergänzungen zum derStandard.at Streitgespräch mit Andreas Khol

Das Thema ist ein Thema.

Das Streitgespräch Andreas Khol vs Niko Alm auf derStandard.at (eingefädelt, moderiert und dokumentiert von Lukas Kapeller und Saskia Jungnikl) führte zu einer stattlichen Anzahl an Postings, bis dato ~1,300. Darüberhinaus gab es eine erkleckliche Anzahl persönlicher Rückmeldungen und die Laizismus-Initiative konnte um gut 100 UnterstützerInnen zulegen gestern.

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Weil so ein Gespräch nicht in voller Länge wiedergegeben kann (auch weil Andreas Khol sehr viel ausführlicher formuliert als zu lesen ist) und wegen des fehlenden Kontext manche Dinge nicht so klar nachvollziehbar erscheinen, möchte ich an dieser Stelle ein paar Ergänzungen anbringen.

Vorweg, ein Gesprächspartner wie Andreas Khol ist eine wirkliche Freude in der Diskussion: sehr gut vorbereitet (Er rückte mit einem richtigen Dossier an), witzig, ein guter Zuhörer, aber auch kein Harmoniesüchtler.

Interessant ist auch zu erwähnen, was in der Wiedergabe auf derStandard.at keinen Platz hatte:

  • Mit der Abschaffung des §188 StGB (“Blasphemieparagraph”) kann sich Khol durchaus anfreunden. Dieses Schutzbedürfnis hält er für nicht (mehr) notwendig.
  • Ein kurzer Nebenschauplatz wurde zur “Demut” eröffnet. Khol hält sie für einen urchristlichen Wert. Ich bin der Meinung, dass genau Demut den Gläubigen fehlt, die sich anmaßen gottgleich sogar im Jenseits weiterleben zu können, während der Atheist demütig zur Kenntnis nimmt, dass es mit dem Tod aus ist.
  • Khol beharrte mehrmals darauf, dass die katholische Kirche soviel zur Gleichberechtigung der Frau beigetragen hat. Dem musste ich das 10. Gebot entgegenhalten (siehe weiter unten).
    Außerdem bestätigte er, dass auch er vatikangetreu gegen Frauen als Priesterinnen ist, weil hier die Bibel anderes vorgibt.
  • Der Versuch Daniel Dennetts “Belief in Belief” ins Spiel zu bringen musste scheitern, weil Khol damit klarerweise nichts anfangen konnte.
  • Der Punkt Machterschleichungsstrategie der Kirche und Marketing via Caritas ging sich leider auch nicht mehr aus. Das wäre v. a. insofern interessant gewesen hier die Mär zu zerpflücken, wonach die Kirchen ja soviel Gutes tun. Denn klarerweise sorgt sich die Kirche um das Wohlergehen ihrer Schafe und nützt derartige Einrichtungen natürlich auch zur Mission. Abgesehen davon beweist karitatives Engagement natürlich nicht die Existenz eines Gottes und es rechtfertigt auch keine rechtliche Besserstellung.

Noch ein paar Punkte im Detail:

“Alm: Ich möchte Ihnen ein Zitat von Immanuel Kant entgegenhalten: Die Existenz kann nicht durch Logik allein bewiesen werden, dazu braucht es die Empirie.”

Damit ist natürlich Kants Kritik am Ontologischen Gottesbeweis gemeint, was in der verkürzten Darstellung untergehen muss. In seiner Antwort spricht Khol von Popper. Das bezieht sich aber nicht auf den obigen Kant, sondern auf eine spätere Aussage von mir über Popper.


Alm: Gemeint habe ich das Buch Mose: “Wenn einer bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist und sollen beide des Todes sterben.”
Khol: Das ist das Alte Testament. Das ist also nicht die Frohbotschaft Jesu Christi. Ich würde sagen: 1:0.

Wie Khol hier von einem 1:0 sprechen kann, wenn ich ihm die korrekte Bibelstelle (3 Mose 20:13) zitiere, wonach Homosexualität mit dem Tod zu bestrafen ist, ist mir schleierhaft. Aber gut.

Alm: Viele dieser Werte sind in allen möglichen Religionen bei vielen Völkern im Laufe der Evolution gleichzeitig und parallel entstanden, ohne dass es eine Offenbarung gebraucht hätte, ohne dass es einen Gott gibt, der zehn oder 17, wie viele Gebote auch immer diktiert.

Das klingt natürlich so, als wüsste ich nicht, dass die 10 Gebote 10 sind. Allerdings wird in Exodus 20,2-17 nicht ordentlich durchnummeriert und selbst der evangelische und katholische Katechismus haben nicht die selben 10 Gebote.

Alm: Also ich glaube, wir sind uns einig, dass diese Werte natürlich auch im Christentum zu finden sind, aber nicht kausal ausschließlich aus dem Christentum kommen. Das Schutzgebot für die Frau finde ich insofern komisch. Wir haben Gebot Nummer Zehn: “Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Rindvieh, Esel, Schwein und Ehefrau.” So in etwa heißt es da sinngemäß …

Khol: … ich würde Sie bitten, respektieren Sie meine Überzeugung und verhöhnen Sie mich nicht mit Schwein, Esel und Frau. Bis jetzt waren wir sehr fair miteinander. “Du sollst nicht begehren …” ist das siebente Gebot.

Ich denke hier richtig zitiert zu haben (bis aufs Schwein): Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
Und es handelt sich um das zehnte Gebot, nicht um das siebente. Und generell wollte ich dadurch zeigen, dass die Bibel die Frau auf einer Stufe mit dem restlichen Hausrat sieht. Wo ist da die Gleichberechtigung?

Khol: Ja, ich glaube an die Transsubstantiation (die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi, Anm.).

Das wollen wir doch noch einmal festhalten…

Khol: Die Hölle steht in keiner Bibel. Die ist bloß ein Konstrukt, um den Leuten Angst zu machen.

Das steht im Widerspruch zum katholischen Katechismus, wo es heißt:

1035 Die Lehre der Kirche sagt, daß es eine Hölle gibt und daß sie ewig dauert. Die Seelen derer, die im Stand der Todsünde sterben, kommen sogleich nach dem Tod in die Unterwelt, wo sie die Qualen der Hölle erleiden, „das ewige Feuer” [Vgl. DS 76; 409; 411; 801; 858; 1002; 1351; 1575; SPF 12]. Die schlimmste Pein der Hölle besteht in der ewigen Trennung von Gott, in dem allein der Mensch das Leben und das Glück finden kann, für die er erschaffen worden ist und nach denen er sich sehnt.

Wenn Khol die Hölle leugnet, ist der dann noch Katholik?

Buskampagne in ORF Orientierung

Der ORF brachte am Sonntag einen Beitrag über die Buskampagne, wo auch der katholische Theologe Wolfgang Treitler zu Wort kommt. Wie er richtig bemerkt ist die “Zeit der Gottesbeweise lang vorbei”. Auch sonst ist ihm in seinen Statements ohne weiteres zuzustimmen: “Gott ist eine Frage des Glaubens” und “Am Schluss geht es um die Frage Gott:” ja oder nein?”

Problematisch ist sein Fazit: Gott sei eine existenzielle Frage, keine theoretische Frage. Hier offenbart sich einmal mehr die Zweischneidigkeit in den Aussagen der Theologen und Kirchen: Einerseits wird die Gottesfrage ins Persönliche zurückgedrängt und gesellschaftlich tabuisiert. Auf der anderen Seite noch durch gesetzliche Privilegien (§188 StGB, Blasphemie) unangreifbar gemacht. Gott dient als Rechtfertigungsschild, der viele Fragen abprallen lässt.

Robert Misik, der in dem Beitrag auch zu Wort kommt, sieht das natürlich etwas anders und bringt u. a. Beispiele für gesellschaftliche Diskriminierung von Unngläubigen.

Für die Buskampagne spricht diesmal Christoph Baumgarten. Auf seinem Blog politwatch.at sind weitere Kommentare zu Beitrag zu finden.

Gottlos glücklich: Fragen und Antworten

Unser Kollegen der deutschen Buskampagne haben sich daran gesetzt die häufigsten Fragen ausführlich zu beantworten. Das Ergebnis ist eine eigene Website: http://www.gottlos-glücklich.de/

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Folgendes wird erörtert:

  • Wenn es keinen Gott gibt, was ist dann der Sinn des Lebens?
  • Brauchen Werte einen Gott?
  • Wie findet ihr ohne Religion Mitgefühl? Wie tröstet man z. B. als Atheist ein sterbendes Kind?
  • Ist das Christentum die Grundlage unseres Rechtsstaates?
  • Die meisten Menschen auf der Erde sind religiös. Wie, außer durch Gott, lässt sich das erklären?
  • Ist Atheismus nicht auch nur eine Religion?
  • Was sind die Merkmale religiösen Denkens?
  • Den Atheisten ist es bisher nicht gelungen, Gott zu widerlegen. Das sagt doch alles, oder?
  • Könnte man Gott beweisen? Und würde das einen Atheisten umstimmen?
  • Und wenn es ihn doch gibt …?
  • Die Evolution ist doch auch nur eine Theorie!?
  • Ich habe gehört, die Evolutionstheorie sei sehr umstritten. Stimmt das?
  • Welche Interpretation der Bibel ist denn nun die richtige?
  • Warum sind Christen „zu 99,99% Atheisten“?
  • Wer oder was ist die „Buskampagne“?

Spenden: der erste Zwischenstand

Seit die Kampagne tatsächlich öffentlich zu sehen ist, kommen auch die ersten Spenden herein.
Wir zeigen den Spendenstand in der rechten Spalte an. Er verändert sich aber nicht in real-time (also bei den Überweisungen nicht wundern), sondern wird manuell aktualisiert werden. Auch die Stickers im Shop verkaufen sich ganz gut.

Der erste Tausender ist jedenfalls geschafft!

Der Betrag beinhaltet natürlich nicht die Beträge, die von den unterstützenden Vereinen und Super-Fi ins Kampagnenbudget eingeflossen sind.
Über die Verwendung der Spenden werden wir natürlich informieren.

Die Buskampagne im ORF-Report

Am Dienstag (21.7.) sind wir mit der Buskampagne im ORF Report gelandet. Der Beitrag von Münire Inam ist gelungen. Klarerweise schafft es nur ein kleiner Teil der Footage in die Endversion. Wir sind dennoch ganz zufrieden. Schön auch, dass Paul Zulehner und Ednan Aslan vor unseren Plakaten gefilmt wurden.

Danke Günter für den Mitschnitt.

Ablehnung #4: Salzburg

Nach anfänglicher Zusage und Übermittlung eines konkreten Angebots unterrichtete uns das Unternehmen progress von der Absage der Salzburg AG. Auch hier wird keine Atheist Campaign auf Bussen zu sehen sein.

Eine ordentliche Begründung erhielten wir noch nicht, lediglich indirekt über einen Mitarbeiter von progress:

sehr geehrter herr alm,

das von ihnen übermittelte sujet wurde seitens der salzburger verkehrsbetriebe abgelehnt da die verkehrsbetriebe werbung aus dem bereich religion, sekten, etc. grundsätzlich nicht auf ihren fahrzeugen genehmigen.

Mit freundlichen Grüßen

Abgesehen davon, dass die Buskampagne weder mit Religion noch mit Sekten etwas zu tun hat, sei hier bemerkt, dass politische Kampagnen auf Bussen in Salzburg kein Problem sind. Da es sich bei der Atheist Campaign am ehesten noch um eine politische Kampagne handelt, lässt die Absage doch sehr seltsam erscheinen.

Wir versuchen aber ein Originalzitat von der Salzburg AG zu bekommen.

Gott konnte atheistische City Lights in Wien nicht verhindern

Seit heute ist die Kampagne tatsächlich im öffentlichen Raum an mehreren Standorten in Wien zu sehen und zwar auf den von der Gewista als Alternative zu den Bussen der Wiener Linien angebotenen City Lights.

Drei verschiedene Sujets gibt es zu sehen:

Es gibt keinen Gott. Gutes tun ist menschlich.

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There’s probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.

abc_cl_90609_sujet2

Gott ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein tschechischer Schlagersänger. Entspann dich. Er wird dir nichts tun.

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Fotos ©Niko Ostermann (Vielen Dank!) von der Präsentation heute:

Pressespiegel folgt!

Ablehnung #3: Innsbruck

Um nach Wien und Graz möglichst schnell zu klaren Aussagen zu gelangen, haben wir in Innsbruck und Salzburg schon bei den ersten Anfragen gleich einen Draft des gewünschten Sujets mitgeliefert.

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Das bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) einbuchende Unternehmen Sitour nahm die Anfrage entgegen und klärte das Sujet für uns ab – mit dem prompten Ergebnis der Ablehnung.

Eine weitere Nachfrage bei den IVB förderte folgende (doch eher knappe) Begründung zu Tage:

Sehr geehrter Herr Alm!

Als öffentliches Verkehrsunternehmen sind wir bestrebt keinerlei Werbung zuzulassen, die für einzelne Personen oder Gruppen beleidigend wirken könnte.

mit freundlichen grüßen

ing. harald jösslin
handlungsbevollmächtigter
bereichsleiter fuhrparkmanagement
sicherheitstechnischerdienst
innsbrucker verkehrsbetriebe und stubaitalbahn gmbh
pastorstraße 5, a-6010 innsbruck

Diese Antwort wirft natürlich das Problem der Grenzziehung auf: Welche Werbung ist für wen beleidigend?

Ein völlig unreligiöses Tourismus-Sujet (Quelle: Sitour)

Ein völlig unreligiöses Tourismus-Sujet (Quelle: Sitour)

Ablehnung #2: Graz

Ohne jemals angefragt zu haben, lehnten die Graz AG Verkehrsbetriebe (GVB) die Atheist Bus Campaign öffentlich via steiermark.orf.at schon im Juni ab.

Als privates Unternehmen, und eine AG ist per definitionem privat, steht es den GVB natürlich frei ohne Begründung Kampagnen abzulehnen. Dennoch waren wir daran interessiert eine Begründung zu erhalten. Schon wenige Wochen nach unserer Anfrage kam die Antwort, in der es ja außerdem aufzuklären galt, ob die Kirche in Graz, wie vom ORF unterstellt, tatsächlich ein Vetorecht bei Kampagnen hat.

Die Antwort von Dir. Dr. DI Antony Scholz im Originalwortlaut:

Sehr geehrter Herr Alm

In Bezug auf Ihre Mail vom 17.6.2009 möchten wir Ihnen mitteilen, dass die GVB als öffentliches Verkehrsmittel Menschen aller Konfessionen und natürlich auch Atheisten ohne Unterscheidung befördern.

Religionspolitische Diskussionen sind gesellschaftspolitisch sehr wichtig, sollten aber nicht in oder auf öffentlichen Verkehrsmitteln ausgetragen werden.

Das Management der GVB verfolgt diese Diskussionen mit Interesse und jeder GVB-Manager hat dazu seine persönliche Meinung, offiziell wollen und müssen wir uns aber aus dieser Diskussion heraushalten. Aus diesem Grund habe ich Ihnen schon einmal vorgeschlagen, sich an die Fa. Ankünder in Graz zu wenden und andere Möglichkeiten der Publikation bzw. Veröffentlichung, z. B. über Plakate in Graz, zu nutzen.

Feststellen möchten wir auch, dass die GVB kein Privatbetrieb sind, sondern die Stadt Graz Eigentümer ist. Weiters teilen wir Ihnen mit, dass die Kirche (welche?) natürlich kein Vetorecht in Bezug auf unsere Verkehrswerbung ausübt. Auch betreffend Ihrer Atheismus-Kampagne hat es KEINERLEI Kontakte mit irgendwelchen Religionsgemeinschaften gegeben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Scholz

Dir. DI. Dr. Antony Scholz
Bereichsleiter

GRAZ AG – Stadtwerke für kommunale Dienste
Verkehrsbetriebe
Steyrergasse 114
8010 GRAZ | Austria
FN 54309 t, Landes- als Firmenbuchgericht Graz
DVR-Nr.: 0035343
UID-Nr.: ATU 28606700

Nach Wien hat Graz damit als zweite Stadt die Durchführung der Kampagne auf öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgreich verhindert.