Die aktuelle Buskampagne der Konfessionsfreien startete letzten Donnerstag offiziell mit den City Lights in Wien.

(Die aktuellen Sujets gibt es hier zum Download.)
Was hat uns dazu bewegt die Buskampagne, die ja nach den neuerlichen Absagen der öffentlichen Verkehrsbetriebe in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck und Linz noch immer keine ist, dieses Jahr mit dem Theme Religionsfreiheit fortzusetzen?
Dass Kindern ein religiöses Bekenntnis aufgezwungen wird, steht einfach gegen die religiöse Wahlfreiheit, die natürlich auch mit einschließen würde, konfessionsfrei bleiben zu wollen. Der Gesetzgeber widerspricht sich hier selbst, indem er die Religionsmündigkeit (“Der Glaube an die Lehre einer Religion setzt die Fähigkeit voraus, diese Lehren geistig zu erfassen.” [1]) mit der Vollendung des 14. Lebensjahres definiert, die Entscheidung über die konfessionelle Zugehörigkeit in aller Regel aber schon vorher von den Eltern getroffen wird.
Gezeigt werden auf dem Sujet zwei Kinder (selbstverständlich mit dem Einverständnis der Eltern für diese Kampagne fotografiert), die angesichts der Religionsfreiheit die einfache Forderung stellen:
“Lasst uns selbst entscheiden!”
Die Kampagne möchte auf zwei Dinge aufmerksam machen.
1. Es ist Privatsache der Eltern, ihren Kindern eine religiöse oder nicht-religiöse Weltanschauung zu vermitteln. Dies ist nicht Aufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden, von Kindergärten oder Schulen. Bildung besteht in der Vermittlung von Wissen, nicht von Glaubensinhalten. Die Kampagne fordert folglich kein Taufverbot für Kinder, sondern dass eine staatliche Erfassung, die ohnehin diskussionswürdig ist, des Religionsbekenntnisses erst für über 14-Jährige überhaupt möglich ist.
2. Im besten Fall erziehen Eltern ihre Kinder zu mündigen Menschen, die selbst entscheiden können, ob und was sie glauben wollen. Der bewusste Eintritt in eine Religionsgemeinschaft kann daher frühestens mit 14 Jahren erfolgen, und nicht automatisch (je nach Konfession) durch Geburt oder Taufe oder andere Rituale, die an Neugeborenen vorgenommen werden. Daraus ergibt sich keine weitere juristische Forderung.
Die Kampagne versteht sich nicht als anti-religiös, sie konzentriert sich lediglich auf die Wahrung der Interessen konfessionsfreier Personen im Diesseits. Das Recht frei von Religion zu leben muss genauso geachtet werden, wie das Recht an die Dreifaltigkeit, Allah, Satan, den Weihnachtsmann oder die Unfehlbarkeit des Papstes zu glauben. Die Kampagne richtet sich somit gegen den starken und keineswegs zeitgemäßen Einfluss der Religionen auf Politik und Verwaltung, nicht jedoch gegen einen privaten religiösen Glauben.
Die Forderung an den Staat lautet, Menschen erst ab einem bewussten Eintritt in eine Konfession (d. h. ab 14) als Mitglied dieser anzuerkennen. Kein Mensch würde auf die Idee kommen analog dazu Kinder als kommunistisch, konservativ, grün, liberal etc. zu bezeichnen, nur weil Eltern die politische Gesinnung bis zum Wahlalter festlegen können.
Die Kampagne wird auch dieses Jahr wieder von Super-Fi durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über private Spenden.
Falls uns ein Medium online oder gedruckt unterstützen will, gibt es (in Kürze) Sujets und Banners zum Einbau in die eigenen Medium zum Download.
Außerdem freuen wir uns über die Verbreitung via Facebook und Twitter:
http://www.facebook.com/Buskampagne
http://twitter.com/BuskampagneAT
[1] Vgl. S.333 Kalb/Potz/Schinkele: “Religionsrecht” (WUV Universitätsverlag), Wien 2003.
Tags: Religionsfreiheit, Religionsmündigkeit
3 Kommentare 2.11.10
Der Versuch die Kampagne 2010 auf Busse öffentlicher Verkehrsbetriebe zu bringen, ist wieder gescheitert. Wir werden im Oktober auf Alternativen ausweichen.
DerStandard/Etat berichtet.
Die Ablehnungen wurden wie folgt begründet:
Wien
Wiener Linien: “Da wir grundsätzlich als Medium f. politische od. Religiöse “Werbung” (wenn vielleicht auch nur im weitesten Sinn) nicht zur Verfügung stehen, müssen wir Ihnen leider eine Absage erteilen.
Salzburg
progress: “Die Progress Salzburg Außenwerbung GesmbH besitzt im Rahmen der Vermarktung der öffentlichen Verkehrsmittel in Salzburg mit der SALZBURG AG das Arrangement, Aufträge für Werbung von Religions- und Glaubensgemeinschaften im weitesten Sinne nicht anzunehmen.”
Innsbruck
Sitour: “Hinsichtlich der Anfrage zur Beklebung “Buskampagne Teil 2″ darf ich Ihnen mitteilen, dass es sich hier um eine gesellschaftspolitische Forderung handelt, deren Bewerbung durch unseren Vertrag mit Sitour ausgeschlossen ist. Ich kann Ihnen deshalb keine Freigabe erteilen.”
Graz
GVB: “Seitens der GVB-Leitung wird mitgeteilt, dass die im Vorjahr getroffene Entscheidung (keine Werbung auf Autobussen der GVB) beibehalten wird.”
Linz
Werbering: “Die Linz Linien haben die Zustimmung ohne Begründung verweigert. Sie müssen uns keinen näheren Grund nennen.”
Tags: Etat, GVB, Linz AG, progress, Sitour, Wiener Linien
4 Kommentare 6.09.10
Es geht wieder einen Schritt weiter.
Nach den letzten Feedbacks hat sich ein Sujet als das primär zu Verwendende für die Kampagne herauskristallisiert:

Mittlerweile laufen auch die Anfragen bei den Vermarktern der Verkehrsbetriebe der Städte:
- Wien
- Graz
- Linz
- Innsbruck
- Salzburg
Um hier allen Beteiligten unnötige Zeit und Arbeit zu ersparen und eine eventuelle Absage oder Zusage gleich im ersten Schritt zu erhalten, haben wir diesen Entwurf gleich mitgeschickt.
Wir sind gespannt auf die Antworten und hoffen, dass es dieses Jahr mit der Buskampagne auf Bussen klappt.
4 Kommentare 17.08.10
Bis letzte Woche erreichte uns eine erkleckliche Anzahl von Einsendungen für die Fortsetzung der Buskampagne. Die meisten Sujets sind hier im Blog veröffentlicht. Die späteren Einsendungen nicht mehr, weil zu diesem Zeitpunkt schon die Einladung an die Beitragenden zur finalen Diskussions- und Abstimmungsrunde rausgegangen waren.
Ca. 20 Interessierte sind zu diesem Termin am 16.6. gekommen und folgende Sujets sind dabei in die engere Wahl gekommen:
1) Religion? Ohne mich. Ich will wissen, nicht glauben.

2) Angst vorm Teufel? Ich nicht. Ethik braucht keinen Gott.

3) Religionsfreiheit für Kinder. Lasst uns selbst entscheiden.

Wie geht’s jetzt weiter? In den nächsten Wochen werden, wie letztes Jahr, Werbeflächen gebucht, um die Kampagne auszurollen. Bis dahin besteht noch die Möglichkeit hier seinen Kommentar zu diesem vorläufigen Endergebnis abzugeben. Vielleicht ändert es ja noch etwas…
8 Kommentare 20.06.10
Der erste Durchgang Stickers ist praktisch ausverkauft. Die atheistische Variante war dabei um einiges beliebter als das agnostische Modell.
Die Neuauflage ist geliefert und kann im Buskampagne-Shop geordert werden.


Es gibt wieder einen atheistischen und eine agnostischen Sticker, jeweils in einer wetterfesten und in einer normalen Variante. In Summe also 4 Stickers, die als Paket bezogen werden können.
1 Kommentar 9.05.10
Es ist wirklich höchst an der Zeit einen kleinen Statusbericht zur zweiten Teil der Buskampagne abzugeben:
1. Geld
Der Spendenstand wächst langsam und in kleinen Schüben. Wir halten bei EUR 1,310.-
2. Kampagne
Die eingelangten Sujets sind de facto als Endstand zu betrachten. Es fehlt jetzt noch ein(e) Entscheidung(sprocedere) was mit dem Budget und den Ideen genau passiert. Das wird im Rahmen eines kleinen Buskampagnebeschlusstreffens Ende Mai/Anfang Juni passieren.
3. Warum geht das alles nicht schneller?
Derzeit verbraucht die katholische Kirche dermaßen viel Aufmerksamkeit, dass eine Lancierung der Kampagne tatsächlich unökonmisch wäre. Gestern Irland, heute Mixa, … Wir warten jedenfalls bis morgen.
Der erste Schwung Stickers ist übrigens ausverkauft. In Kürze gibt es neue im Shop.
Tags: Sticker, Walter Mixa
1 Kommentar 9.05.10
Ein kurzer Zwischenbericht.
Der Spendenstand zum 16.2. beträgt EUR 1,258.-
Und es gibt ein paar neue Ideen zur Kampagne.
Bitte kommentiert!
Kommentieren 16.02.10
In New York gibt’s eine Kampagne, die unserer Buskampagne nicht ganz unähnlich ist:
“A Million New Yorkers are good without God. – Are you?” (BigAppleCoR.org)

(Bild: Iris Kern, Danke!)
Tags: Kampagne weltweit, NYC, USA
1 Kommentar 13.02.10
Hier sind die ersten Vorschläge und Entwürfe für die zweite Runde (Buskampagne reloaded).
Mitmachen? So funktioniert’s.
Updates erfolgen nach Einlagen so schnell als möglich.
Text:
- (R)evolution des Glaubens. Viele Tiere sind ausgestorben. (Stan380 1)
- Nicht (R)evolution des Glaubens. Alles passt sich an. Nur der Glaube nicht! (Stan380 2)
- Glauben heisst nicht wissen. Aber Religion heisst nichts wissen wollen. (Stan380 3)
- Das Universum verhält sich so, wie es sich ohne einen Gott verhalten würde. (Stan380 4)
- Es gibt kein fliegendes Spaghetti Monster!
Warum sollte es dann Gott geben? Beides sind nur Behauptungen. (Stan380 5)
- Stigmatisiere mich nicht. Ich will mir meine Schrammen selbst verdienen. (Michael Bela Kurz)
- Glauben heißt – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – nix wissen (Gerhard Peischl 1)
- Drück’ mir keinen Stempel auf! Lass mich selbst entscheiden! (Gerhard Peischl 2)
- Jugend ohne Gott (Michael Bärnthaler)
- Der Mensch hat Gott gemacht. (Edith Bettinger)
- “Ich freue mich auch über Geschenke, die nicht vom Christkind sind. (Roland Giersig 1)
- Moralische Erziehung braucht keinen Gott. (Roland Giersig 2)
- Für eine Kindheit ohne Lügen. (Roland Giersig 3)
Bild und Text:

Andi Fischer 1

Andi Fischer 2

Helge Fahrnberger (siehe Posting: Buskampagne Reloaded)

Florian 1

Florian 2

Christoph Dollenz

Michael Horak 1

Michael Horak 2
38 Kommentare 31.01.10
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