Ablehnung #3: Innsbruck

13.07.09 | alm |
, , ,

Um nach Wien und Graz möglichst schnell zu klaren Aussagen zu gelangen, haben wir in Innsbruck und Salzburg schon bei den ersten Anfragen gleich einen Draft des gewünschten Sujets mitgeliefert.

anfrage_ibk

Das bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) einbuchende Unternehmen Sitour nahm die Anfrage entgegen und klärte das Sujet für uns ab – mit dem prompten Ergebnis der Ablehnung.

Eine weitere Nachfrage bei den IVB förderte folgende (doch eher knappe) Begründung zu Tage:

Sehr geehrter Herr Alm!

Als öffentliches Verkehrsunternehmen sind wir bestrebt keinerlei Werbung zuzulassen, die für einzelne Personen oder Gruppen beleidigend wirken könnte.

mit freundlichen grüßen

ing. harald jösslin
handlungsbevollmächtigter
bereichsleiter fuhrparkmanagement
sicherheitstechnischerdienst
innsbrucker verkehrsbetriebe und stubaitalbahn gmbh
pastorstraße 5, a-6010 innsbruck

Diese Antwort wirft natürlich das Problem der Grenzziehung auf: Welche Werbung ist für wen beleidigend?

Ein völlig unreligiöses Tourismus-Sujet (Quelle: Sitour)

Ein völlig unreligiöses Tourismus-Sujet (Quelle: Sitour)

21 Kommentare Einen eigenen verfassen

  • 1. Thomas Heiling  |  13.07.09 at 6:25 pm

    Gratulation!

    Die neue Version find ich sehr gut.
    Klar und direkt
    Mit einer wundervollen Aussage.

    Wirklich gelungen!

    Mit freundlichen Grüssen,
    Thomas

  • 2. Andylee  |  14.07.09 at 2:00 pm

    Ich fand den alten Spruch nicht perfekt, aber im Vergleich zu diesem hier war er gut.

    Dieser Spruch ist ausschließlich auf Atheistinnen getrimmt und bezieht Agnostiker nicht im Mindesten mit ein.

    Er kommuniziert die fundamentale Überzeugung, etwas zu wissen. Wissen gibt es in dieser Frage aber nicht. Nur Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten.

  • 3. alm  |  14.07.09 at 2:07 pm

    @Andylee

    Die Kampagne wird 3 verschiedene Sujets haben und Agnostikerinnen, Apatheisten und Atheisten gleichermaßen bedienen.

    Es spricht auch nichts gegen Überzeugung. Wissen gibt es in dieser Frage genausowenig, wie in der Frage des Osterhasen bzw. des Weihnachtsmannes oder Flying Spaghetti Monsters. Diese Frage können wir getrost abhaken.

  • 4. Daniel Gebhart de Koekkoek  |  15.07.09 at 8:36 am

    na, bist du narrisch? im heiligen land… ;)

  • 5. Klaus  |  15.07.09 at 12:39 pm

    Schade, daß es wieder nicht geklappt hat, aber ich habe gestern meine Shirts von atheistbus.com bekommen und heute eure Pickerl bestellt: nachdem ich einen Peugeot Expert fahre habt ihr dann wenigstens einen Kleinbus in Wien-Umgebung mit dem Spruch ;-)

  • 6. Reggie  |  15.07.09 at 8:35 pm

    Eine ganz tolle Kampagne die ihr da macht. Gratulation! Vor allem unglaublich sinnvoll.
    Mit der Zeit und den Ressourcen, die da einfließen solltet ihr lieber Bedürftigen oder Kindern auf der Straße helfen und so “gutes tun”, wie es eure Busaufschrift besagt. Einfach hin und wieder mal euren rationalen Verstand einschalten, dann dürften sich duzende “vernünftigere” Aktionen finden.

    Ich selbst bin kein Freund der Kirche, aber ihr solltet Glauben und Kirche trennen. Aber wie es aussieht seid ihr auch nur Gefangene der Dogmen, bloß auf der anderen Seite.

    MfG

  • 7. alm  |  16.07.09 at 8:06 am

    @Reggie Das ist ein TotschlägerArgument. Jeder Eurocent, der nicht für Bedürftige et al ausgegeben wird, ist nach dieser Definition falsch investiert. Du könntest auf deinen Urlaub verzichten und das Geld spenden. Die Pfaffen könnten auf pompöse Kirchen und Gewänder verzichten und das Geld spenden.

    Tatsächlich richtet sich diese Kampagne eben nicht gegen die Kirche, auch nicht gegen Gläubige. Es geht hier darum Nicht-Gläubige zu Wort kommen zu lassen.

  • 8. gerhard gessl  |  16.07.09 at 9:23 am

    Um Gott zu gefallen, muss du den nächsten Lieben wie dich selbst, das dürfte für die Atheisten lästig sein deshalb ihren Aufschrei es gibt keinen Gott ihr Armseeligen.

  • 9. Klaus  |  16.07.09 at 10:29 am

    Nein.

    Ich bin einfach aus dem Alter raus in dem man imaginäre Freunde braucht…

  • 10. wortreich » Blog Ar&hellip  |  16.07.09 at 3:14 pm

    [...] Ganz toll. “Es gibt keinen Gott”, so die Aussage einer länderübergreifenden Kampagne, die derzeit für einiges an Wordbuzz sorgt. Ich finde die Kampagne den Slogan widerlich. Ist doch eine ähnlich provokative Aussage, nicht wahr? Tatsächlich richtet sich diese Kampagne eben nicht gegen die Kirche, auch nicht gegen Gläubige. Es geht hier darum Nicht-Gläubige zu Wort kommen zu lassen. .. schreibt Niko Alm in den Comments zur News “Ablehnung #3: Innsbruck“. [...]

  • 11. johan201  |  16.07.09 at 3:25 pm

    Nach all den Ablehnungen könnte man doch Varianten, einfach um zu wissen, wie die jeweiligen Verkehrsbetriebe reagieren.
    Neue Sprüche:
    Es gibt keinen Wettergott
    Es gibt keinen Fußballgott
    Es gibt keine Göttin
    Es gibt einen Karel Gott
    Jupiter ist kein Gott, sondern ein Planet

  • 12. alm  |  16.07.09 at 3:32 pm

    Haben wir sogar probiert: Karel Gott wurde auch abgelehnt.

  • 13. patrick l.  |  22.07.09 at 6:20 pm

    Ich, Innsbrucker, kann nur sagen, dass die Aussage (dem Himmel so nah) nichts mit Gott zu tun hat. Die Werbung des Wagens 885 (meistens auf der Linie O) bezieht sich auf den Stubaier Gletscher und ich glaube, man braucht hier gar nicht erst strittig machen, dass das blaue Ding über unseren Köpfen “Himmel” heißt…

    Und was soll eine Werbung “Es gibt Karel Gott” aussagen???? Da kannst gleich einfach nur “Hallo” draufschreiben lassen

  • 14. Manni Schneiderbauer  |  23.07.09 at 9:47 am

    Ich persönlich werde nun verstärkt darauf achten, ob Sujets auf Innsbrucks Bussen und Straßenbahnen oder auf den Citylights, Smartinfos und Infoscreens auftauchen, die Angehörige bestimmter Glaubensrichtungen, ob AgnostikerInnen, BuddhistInnen, HinduistInnen, ChristInnen, Moslems oder wasauchimmer, durch Bevorzugung einer anderen Glaubensrichtung vor den Kopf stoßen. Mit dem Nichtzulassen eures Sujets haben die IVB sich meiner Meinung nach etwas aufgebürdet. Die Argumentation ist akzeptabel, erfordert aber 100%ige Gerechtigkeit gegenüber allen. – Keinesfalls wäre es akzeptabel, dass die katholische Kirche, die meiner Meinung nach Österreich ohnehin noch fest im Würgegriff hat, irgendeinen Vorteil genießt!

  • 15. alm  |  23.07.09 at 10:07 am

    @patrick

    Das war nicht ganz ernst gemeint mit der Gletscherwerbung und als Humor mE leicht erkennbar. Kein Grund auszurasten.

    Karel Gott hat einen ernsten Hintergrund. Er existiert mit derselben Wahrscheinlichkeit, wie Got nicht existiert. Auch das wird unmissverständlich zum Ausdruck gebracht.

  • 16. alm  |  23.07.09 at 10:07 am

    @Manni

    Ja bitte. Wenn dir was auffällt, bitte her damit…

  • 17. Lukas  |  26.07.09 at 10:33 pm

    Hallo nochmal! Ein Bright-Kollege aus Deutschland hat mich auf einen ziemlich genialen Slogan der Englischen Buskampagne gebracht… http://www.forum.brights-deutschland.de/viewtopic.php?f=49&t=3078&p=55523 Russellsteapot bin ich… Na wie wärs? Sicher ein wenig offensiv aber garantiert mit Durchschlagskraft… Greetz aus Tirol
    Lukas

  • 18. alm  |  26.07.09 at 10:39 pm

    Der Slogan ist nur zu sehen, wenn man registriert ist. Ich tippe aber auf “Science flies you to the moon…”

    Siehe dazu auch http://www.brights.at

  • 19. Lukas  |  26.07.09 at 10:51 pm

    Oooops – ja genau der – hab nicht daran gedacht dass der im registered only Bereich ist…

  • 20. alm  |  26.07.09 at 10:55 pm

    Ich fürchte dieser Slogan existiert nur als Montag. Auf Bussen wurde der nicht verwendet.

  • 21. Lukas  |  26.07.09 at 11:22 pm

    Ahhh ok – ich finde ihn trotzdem genial-bös… Und damit die anderen auch wissen von was wir reden:

    http://cdn.cloudfiles.mosso.com/c114612/images/2009/victor-stenger-bus.jpg

Einen Kommentar verfassen

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld) (wird nicht veröffentlicht)

Some HTML allowed:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed




Spendenstand per 5.9.2010
für Kampagne Teil 2
EUR 1,530.-




Fragen und Antworten


  • Initiatoren
  • Kampagne weltweit
  • Kategorien