Ablehnung #2: Graz
13.07.09 | alm |
Antony Scholz, Graz, GVB, ORF
Ohne jemals angefragt zu haben, lehnten die Graz AG Verkehrsbetriebe (GVB) die Atheist Bus Campaign öffentlich via steiermark.orf.at schon im Juni ab.
Als privates Unternehmen, und eine AG ist per definitionem privat, steht es den GVB natürlich frei ohne Begründung Kampagnen abzulehnen. Dennoch waren wir daran interessiert eine Begründung zu erhalten. Schon wenige Wochen nach unserer Anfrage kam die Antwort, in der es ja außerdem aufzuklären galt, ob die Kirche in Graz, wie vom ORF unterstellt, tatsächlich ein Vetorecht bei Kampagnen hat.
Die Antwort von Dir. Dr. DI Antony Scholz im Originalwortlaut:
Sehr geehrter Herr Alm
In Bezug auf Ihre Mail vom 17.6.2009 möchten wir Ihnen mitteilen, dass die GVB als öffentliches Verkehrsmittel Menschen aller Konfessionen und natürlich auch Atheisten ohne Unterscheidung befördern.
Religionspolitische Diskussionen sind gesellschaftspolitisch sehr wichtig, sollten aber nicht in oder auf öffentlichen Verkehrsmitteln ausgetragen werden.
Das Management der GVB verfolgt diese Diskussionen mit Interesse und jeder GVB-Manager hat dazu seine persönliche Meinung, offiziell wollen und müssen wir uns aber aus dieser Diskussion heraushalten. Aus diesem Grund habe ich Ihnen schon einmal vorgeschlagen, sich an die Fa. Ankünder in Graz zu wenden und andere Möglichkeiten der Publikation bzw. Veröffentlichung, z. B. über Plakate in Graz, zu nutzen.
Feststellen möchten wir auch, dass die GVB kein Privatbetrieb sind, sondern die Stadt Graz Eigentümer ist. Weiters teilen wir Ihnen mit, dass die Kirche (welche?) natürlich kein Vetorecht in Bezug auf unsere Verkehrswerbung ausübt. Auch betreffend Ihrer Atheismus-Kampagne hat es KEINERLEI Kontakte mit irgendwelchen Religionsgemeinschaften gegeben.
Mit freundlichen Grüßen
A. Scholz
Dir. DI. Dr. Antony Scholz
BereichsleiterGRAZ AG – Stadtwerke für kommunale Dienste
Verkehrsbetriebe
Steyrergasse 114
8010 GRAZ | Austria
FN 54309 t, Landes- als Firmenbuchgericht Graz
DVR-Nr.: 0035343
UID-Nr.: ATU 28606700
Nach Wien hat Graz damit als zweite Stadt die Durchführung der Kampagne auf öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgreich verhindert.



4 Kommentare Einen eigenen verfassen
1. peter | 13.07.09 at 9:48 am
“offiziell wollen und müssen wir uns aber aus dieser Diskussion heraushalten”
das möchte ich mal in zusammenhang mit der einen oder anderen von den verkehrsbetrieben akzeptierten werbekampagne interpretieren. wenn also beispielsweise werbung für einen reiseveranstalter hergezeigt wird, haben die verkehrsbetriebe damit position bezogen? wenn billa auf der strassenbahn wirbt, bedeutet das dann, dass die verkehrsbetriebe gegen greissler sind?
ich denke, hier herrscht einfach angst vor einem kontroversiellen thema. hier geht es nur und ausnahmslos darum, dass die kirche (oder einfach nur ein paar pfarrer) zu einem boykott aufrufen würden. also doch: (indirektes) vetorecht der kirche
2. Sabrina | 13.07.09 at 1:08 pm
werden auch noch andere städte angefragt?
3. alm | 13.07.09 at 1:09 pm
ja.
4. sabrina | 15.07.09 at 3:20 pm
auch st. pölten?
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